Kapitel XIII – Splitter der Spinnengöttin
Der Hof sprach noch. In der Nacht mit Kratzen, Schritten und einem Knall, den Capri hörte und für den niemand sonst aufwachen wollte. Am Morgen mit Schleifspuren, die in eine magische Hecke führten, die nachwuchs, sobald man sie schnitt. Der Hof war nicht verlassen. Er war nur sehr still geworden.
Die Nacht und die Spuren des Morgens
Capri hörte in der ersten Wache Kratzen, Schritte und einen lauten Knall. Sie versuchte Reltis zu wecken. Keinen Bock. Sie versuchte Halguin zu wecken. Keinen Bock. Halguin übernahm die zweite Wache und hörte nichts – woraus er schloss, dass alles in Ordnung war, und woraus die Gruppe am Morgen schloss, dass das vielleicht nicht stimmte.
Draußen: Schleifspuren im Boden, neben Stiefelabdrücken – etwas größer als Halguins Füße. Die Spuren führten in zwei Richtungen: ins große Tor und in eine magische Hecke, die sich beim Weghacken sofort wieder schloss. Ein open/close-Zauber an der Elektrotür: funktionierte nicht. Der Brunnen in der Hofmitte: kein Aufschlag, als Bruce einen Stein hineinstieß – der Brunnen war sehr tief. Fast hätte er das aus nächster Nähe erfahren, aber Halguin zog ihn rechtzeitig heraus, mit einer Anstrengung, die in die Annalen eingehen sollte.
Das verbrannte Zimmer und die Pilze
Das Gebäude neben dem großen Tor hatte einen morschen Boden. Die Gruppe klopfte ihn auf, warf Feuer hinunter und kletterte mit dem Seil nach – drinnen war alles komplett verbrannt. Eine Metalltür führte weiter. Halguin fiel mit ihr zusammen ins Haus – die Tür hatte sich schneller als erwartet geöffnet. Er wurde befreit.
Dahinter: Pilze. Capri griff nach einem, weil sie immer nach Pilzen greift. Die Sporenexplosion warf sie bewusstlos zu Boden, vergiftet, reglos. Die Gruppe stand im Pilzzimmer und war ratlos. Dann wachte Capri schreiend auf – und wurde nach draußen gebracht.
Was folgte, war eine vollständige Kapitulation vor dem Pilzzimmer: Fackeln hineingeworfen – Pilze brannten nicht. Halguin versuchte seine Fackeln zurückzuholen – brach durch den Boden, fiel in die Pilze, verlor Konstitution. Reltis warf noch eine Fackel – Sporen, überall. Alle raus. Nächste Tür.
Das große Tor: Goblins, Pferd und ein Drow
Hinter dem großen Tor: tote Goblins, ein totes Pferd – und ein magischer Pfeil, der in einem der Goblins steckte. Bruce zog ihn heraus. Der Pfeil zerbröselte in seiner Hand.
In der Scheune lag ein toter Drow. Capri – als Schlange – hatte die Scheune von innen aufgemacht, und die Gruppe trat ein. Der Drow hatte einen magischen Krummsäbel und einen magischen Wams bei sich. Beides wurde mitgenommen. Der Drow wurde wieder an seinen Platz zurückgelegt. Unter der Scheune führte eine Treppe hinunter – in Gänge und eine weitere Tiefe. Die Gruppe beschloss, zuerst den Rest des Hofes zu erkunden.
Malakar-Poster und eine Gasfalle
Reltis hackte ein Fenster ein. Das Haupthaus dahinter war unspektakulär – bis auf die zerfetzten Malakar-Poster an den Wänden und die Goblinleichen auf dem Boden. Der Büroraum am Ende: Reltis und Halguin traten ein. Capri folgte nach – und trat dabei in eine Gasfalle.
Gift strömte aus den Wänden, die Türen versiegelten sich. Capri verstopfte zwei Rohre und wirkte Windwall, um der Gruppe Luft zu verschaffen. Fünfzehn Runden lang hielten sie durch. Dann zog das Gas sich zurück, die Türen gingen auf, und alle traten in den Gang zurück.
Malakars Tagebuch – und Lolth
Im Büroraum hatte Halguin zwei Bücher gefunden: eines über das Underdark – und, zum dritten Mal auf dieser Reise, ein Tagebuch von Malakar.
Diesmal war der Inhalt neu. Malakar besaß den Splitter von Lolth – ein Fragment der Macht der Spinnengöttin der Drow. Und er hatte Stress mit den Drow. Erheblichen Stress. Was genau das bedeutete – ob die Drow ihn jagten, ob er sie benutzt hatte, ob der tote Drow in der Scheune ein Zeichen war – das stand nicht drin.
Aber unten in der Scheune warteten Gänge. Und eine Treppe, die tiefer führte als alles, was sie bisher betreten hatten.
Malakar, der sich teleportierte wenn es eng wurde. Malakar, dessen Poster zerfetzt an den Wänden hingen. Malakar, der einen Splitter einer Göttin besaß und dafür offenbar einen Preis zahlte. Die Gruppe stieg die Treppe nicht hinab. Noch nicht. Aber die Treppe war da.
Ende von Kapitel XIII – Session 15
